Viele meiner Patientinnen und Patienten atmen nach einer Implantation erleichtert auf. Das Implantat sitzt, der Zahn sieht aus wie ein echter – und das Kapitel fühlt sich abgeschlossen an. Was dabei oft vergessen geht: Ein Implantat braucht genauso viel Aufmerksamkeit wie ein natürlicher Zahn. Manchmal sogar etwas mehr. Denn es gibt eine Erkrankung, die viele nicht kennen – und die ein gut gesetztes Implantat langfristig gefährden kann: die Periimplantitis.
Was ist Periimplantitis überhaupt?
Periimplantitis ist eine Entzündung des Gewebes rund um ein Zahnimplantat. Man kann sie sich vorstellen wie eine Parodontitis – also eine Zahnfleischentzündung – nur eben um das Implantat herum. Bakterien setzen sich im Bereich des Implantat-Zahnfleischsaums fest, lösen eine Entzündungsreaktion aus und greifen mit der Zeit den Kieferknochen an. Was zunächst unbemerkt beginnt, kann ohne Behandlung zu Knochenabbau und im schlimmsten Fall zum Verlust des Implantats führen. 😟
Das Tückische daran: Implantate haben keine Nerven wie natürliche Zähne. Schmerzen, also das klassische Warnsignal, bleiben oft lange aus. Bis Betroffene etwas merken, ist die Entzündung manchmal schon weit fortgeschritten.

Wie häufig ist das – und wer ist betroffen?
In meiner Praxis sehe ich das öfter, als viele vermuten würden. Periimplantitis tritt bei einem relevanten Teil der Implantatträgerinnen und - trägern auf. Besonders bei Menschen, die früher bereits Parodontitis hatten, die rauchen oder bei denen die Mundhygiene zu Hause nicht konsequent genug ist. Auch bestimmte Allgemeinerkrankungen wie Diabetes können das Risiko erhöhen. Das bedeutet nicht, dass ein Implantat eine schlechte Entscheidung ist – ganz im Gegenteil. Es bedeutet, dass man es mit dem richtigen Wissen begleiten muss.
Woran erkennst du erste Anzeichen?
Weil Schmerzen oft fehlen, lohnt es sich, auf andere Signale zu achten. Zahnfleischbluten rund ums Implantat beim Zähneputzen ist ein erstes Zeichen, das ernst genommen werden sollte. Auch Rötungen, Schwellungen oder ein Gefühl von Druck im Bereich des Implantats können auf eine beginnende Entzündung hinweisen. Wenn du solche Veränderungen bemerkst, warte nicht auf den nächsten Routinetermin – melde dich lieber früh. 💡

Was du selbst tun kannst
Die beste Massnahme ist und bleibt eine konsequente Mundhygiene zu Hause. Das klingt einfach – ist es im Alltag aber nicht immer. Rund um Implantate gibt es oft Stellen, die mit der normalen Zahnbürste schwer erreichbar sind. Interdentalbürsten oder spezielle Zahnseide sind hier besonders wertvoll, weil sie den Bereich zwischen Implantat und Zahnfleisch effektiv reinigen. Ich empfehle meinen Patientinnen und Patienten immer, sich bei der Prophylaxe zeigen zu lassen, welche Hilfsmittel für ihre individuelle Situation am besten geeignet sind – denn das ist von Mund zu Mund unterschiedlich.
Ebenso wichtig sind regelmässige professionelle Kontrollen. Bei Implantatträgerinnen und -trägern empfehle ich in der Regel engmaschigere Kontrollintervalle als bei Patientinnen und Patienten ohne Implantate – gerade in den ersten Jahren nach der Implantation. Eine professionelle Zahnreinigung entfernt Beläge, die durch das tägliche Putzen allein nicht vollständig beseitigt werden können.

Implantat als langfristige Investition – die sich lohnt
Ein Zahnimplantat ist eine der besten Möglichkeiten, einen fehlenden Zahn dauerhaft und naturgetreu zu ersetzen. In der Schweiz werden Implantate je nach Situation und Krankenkasse unterschiedlich gedeckt – es lohnt sich, das vorgängig abzuklären. Was ich aber aus meiner täglichen Praxis weiss: Ein Implantat, das gut gepflegt wird, kann jahrzehntelang halten. Es ist keine einmalige Massnahme, sondern ein dauerhafter Bestandteil deiner Mundgesundheit. 🌱
Wenn du ein Implantat hast und dir nicht sicher bist, ob deine Pflegeroutine ausreicht, buche dir gerne einen kostenlosen Beratungstermin bei mir. 😊
Ich schaue mir gemeinsam mit dir an, wie dein Implantat versorgt ist – und was du gegebenenfalls anpassen kannst.
Habt ihr Erfahrungen mit Implantaten gemacht oder Fragen zum Thema? Ich freue mich auf eure Gedanken in den Kommentaren.
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